Erste Ergebnisse der Studie „Wirksamkeit Bioenergetischer Analyse“

In den Bereichen Gesundheitsförderung und Sozialwesen rückt die Qualitätssicherung immer mehr in den Mittelpunkt. Einen zentralen Stellenwert nimmt dabei die Wirksamkeitsforschung ein. Die Ergebnisse der 2012 durchgeführten Studie zeigen, dass die Bioenergetische Analyse signifikante Verbesserungen bei depressiven Beschwerden, bei zwischenmenschlichen Problemlagen und Rollenproblemen, sowie beim globalen Funktionsniveau erzielt1.

Von 2010 bis 2012 haben sich Mitglieder der österreichischen Gesellschaft für Bioenergetische Analyse (DÖK) an einer empirischen Studie zur Wirksamkeit ambulanter Psychotherapien beteiligt. Diese Studie wurde, wie auch die Wirksamkeitsstudie aus dem Jahre 20062, als länderübergreifendes Forschungsprojekt konzipiert, an dem elf weitere Verbände bzw. psychotherapeutische Schulen teilnahmen. Zentrales Anliegen dabei war, eine Bewertung der realen therapeutischen Wirkungen von psychotherapeutischen Behandlungen zu erhalten, wie sie in den unterschiedlichen Praxen stattfinden. Eine umfangreiche und ausgefeilte Prozess-Outcome-Studie sollte Aufschluss darüber liefern, welche Merkmale und Prozesse während der psychotherapeutischen Behandlung für die angezielten therapeutischen Veränderungen verantwortlich sind.

Alle Beteiligten nahmen auf freiwilliger Basis an der Studie teil, und bei insgesamt 340 Personen wurden sowohl zu Behandlungsbeginn als auch am Behandlungsende Beschwerdebilder und Problemlagen mittels anerkannter und valider Fragebögen und Messverfahren erhoben. Für 39 Personen, die mit Bioenergetischer Analyse behandelt wurden, liegen vollständige Prä- und Postmessungen vor. Zum überwiegenden Teil litten die KlientInnen unter psychischen Belastungen, die nach IDC-10 Diagnosekriterien dem Depressiven Formenkreis (Klasse 3 ICD-10) sowie den Angst- Zwangs- und Anpassungsstörungen (Klasse 4 ICD-10) entsprachen. Diese Verteilung psychischer Krankheitsbilder gleicht in etwa jener, wie sie in der Bevölkerung auch in anderen epidemiologischen Studien vorgefunden wurde. Des Weiteren wurden in regelmäßigen Zeitabständen sowohl von den KlientInnen als auch den TherapeutInnen Qualitätseinschätzungen zur therapeutischen Arbeitsbeziehung abgegeben. Ein abschließendes Interview ein Jahr nach Behandlungsende sollte zusätzliche Auskunft über die Stabilität der erreichten Beschwerdeminderung geben.

Nun liegen erste Ergebnisse vor: In der statistischen Auswertung zur Bioenergetischen Analyse werden bei depressiven Beschwerden, bei zwischenmenschlichen Problemlagen und Rollenproblemen sowie beim globalen Funktionsniveau im Durchschnitt Verbesserungen mit hohen Effektstärken („.93“) erzielt (die Effektstärke hat sich als Maß etabliert, um die Wirksamkeit von Behandlungen darzustellen).
Die Bioenergetische Analyse bewirkte ebenso wie die anderen untersuchten psychotherapeutischen Methoden eine gute bis sehr gute Verbesserung hinsichtlich der eingangs von den KlientenInnen berichteten Beschwerden. Über alle Therapieschulen hinweg scheinen depressive und ängstliche Klienten tendenziell mehr von den Behandlungen zu profitieren als Personen mit Persönlichkeitsstörungen.
Außerdem bestätigen die bisherigen Ergebnisse einen schon aus anderen Studien bekannten Wirkzusammenhang: Es zeigen sich v.a. dann deutlich positive Effekte im Behandlungsergebnis, wenn KlientIn und TherapeutIn die therapeutische Beziehung ähnlich gut einschätzen. Der erlebte Leidensdruck und weniger die formale klinische Diagnose spielt eine sehr bedeutende Rolle für das gesamte therapeutische Veränderungsgeschehen. Je größer die Belastung bzw. der Leidensdruck der Patienten und je zufriedener sie zugleich mit der Behandlung sind, desto mehr profitieren die Patienten von der Behandlung.
– Mag.a Maria Weinknecht

1   www.psychotherapieforschung.ch
2   Margit Koemeda-Lutz, Martin Kaschke, Dirk Revenstorf, Thomas Scherrmann, Halko Weiss, und Ulrich Soeder: Evaluation der Wirksamkeit von ambulanten Körperpsychotherapien – EWAK. In: Handbuch Bioenergetische Analyse, hrsg von Vita Heinrich-Clauer. Gießen 2008, S.531-551.
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