Burnout – eine Volkskrankheit?

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18% aller Österreicher gelten als Burnout-gefährdet(1) und die Zahl der in Europa diagnostizierten Fälle steigt um 10% pro Jahr. Maßnahmen zur Prävention und Therapie sind dringend erforderlich. Diese müssen jedoch, da Burnout durch eine enge Verflechtung von körperlichen, psychischen und sozialen Problemen gekennzeichnet ist, individuell und gleichzeitig umfassend sein. Als körperorientierte und ganzheitliche Methode eignet sich die Bioenergetische Analyse daher besonders gut.

Burnout ist kein klar definiertes Krankheitsbild. Häufigkeitsangaben sind daher mit Vorsicht zu betrachten. Zieht man jedoch die von Maslach und Jackson definierten Komponenten „Emotionale Erschöpfung“, „Reduzierte Leistungsfähigkeit“ und „Dehumanisierung/Zynismus“ heran, so kann man für Österreich von der erschreckenden Zahl von 1 bis 1,5 Millionen Menschen ausgehen, die als Burnout-gefährdet gelten.

Die Gründe für Burnout sind vielfältig wie die Menschen selbst. Ein standardisiertes Behandlungskonzept ist angesichts der Einmaligkeit des Individuums und der jeweiligen Beziehungsdynamik nicht möglich. Trotzdem lassen sich wesentliche Faktoren zur Therapie von Menschen mit Burnout identifizieren(2): die Behandlung muss der Komplexität des Syndroms gerecht werden und sie sollte – neben der medizinischen Betreuung, Schonung und eventuellen Maßnahmen seitens der Arbeitgeber – die Arbeit mit Emotionen (Wahrnehmung, Regulation, Ausdruck, Verbalisierbarkeit), die Auseinandersetzung mit destruktiven charakterstrukturellen Anteilen und die Verbesserung des Energiehaushaltes umfassen.

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Die Bioenergetischen Analyse erfüllt diese Anforderungen nicht nur. Es ist vielmehr eine zentrale Grundannahmen der BA, dass das körperliche und das psychische Geschehen zwar jeweils eigene Prozesse darstellen, aber nicht getrennt voneinander zu betrachten sind (funktionale Identität). Dem Körper wird daher während der gesamten therapeutischen Beziehung große Beachtung geschenkt und der Wechsel zwischen verbaler und körperlicher Ebene ist ein Kenn­zeichen der Methode. Einerseits wird auf der verbalen Ebene an den Werten, Bedürfnissen, Verhaltens- und Denkmustern gearbeitet und andererseits können auf der körperlichen Ebene Themen wie adäquater Gefühlsausdruck (insbesondere Ärger und Wut), Steigerung des Energieniveaus, Spannungsregulation oder gesunder Lebensstil Berücksichtigung finden.

Die Bioenergetischen Analyse kann somit Hilfe beim Kern des Problems anbieten und KundInnen bzw. KlientInnen können sich darauf verlassen, bei zertifizierten Bioenergetischen AnalytikerInnen ein seit Jahrzehnten bewährtes, differenziertes und umfassendes Spektrum an Behandlungselementen anzutreffen. Da die Bioenergetische Analyse diese neue „Volkskrankheit“ in ihrer Komplexität erfasst, ist sie ein wichtiger und höchst erfolgreicher Bestandteil des zur Verfügung stehenden Therapieangebotes.

—Magª. Renate Schwenk

(1) Österreichs größte Burnout-Studie, Kompetenzzentrum Schloss Wolfsberg unter der wissenschaftlichen Leitung von Primar Dr. Werner Friedl mit Unterstützung der GPA und den Business-Doctors
(2) Margit Koemeda-Lutz, Psychotherapie Forum (2010) 18: 167-173

Foto: marsj / Quelle Photocase.de