Körperarbeit in der Psychotherapie – Weiterbildung Bioenergetische Analyse für PsychotherapeutInnen

Sie empfinden manchmal ein Unbehagen über die „Körperferne“ ihres psychotherapeutischen Alltags? Sie sehen körperliche Einschränkungen ihrer KlientInnen, die sie auf psychische Traumen zurückführen? Es beschäftigt sie die körperliche Haltung ihrer KlientInnen? Sie bemerken an sich selbst während der Arbeit Atemlosigkeit oder ein Gefühl der Starre? Sie möchten die Körperlichkeit ihrer KlientInnen mit einbeziehen und nun mehr über die Anwendung der Körperarbeit wissen?

Die Forschungen des letzten Jahrzehnts (Säuglingsforschung, Gehirnforschung, Bindungstheorien) bestätigen es eindrucksvoll: Körperarbeit und Körperübungen sind ein wirkungsvolles Instrumentarium in der Psychotherapie. Die Bioenergetische Analyse arbeitet seit mehr als 60 Jahren auf diesem Gebiet und hat ein psychodynamisches Modell entwickelt, das körperliche und psychische Aspekte miteinander in Zusammenhang bringt und unterschiedliche Interventionsebenen aufzeigt.

Die BA-Weiterbildung vermittelt sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die Anwendung (Methodik und Technik) der Methode auf der Basis von Selbsterfahrung. Es gilt der Grundsatz, nur körperliche Interventionen einzusetzen, die man auch selbst erlebt, erfahren, reflektiert und integriert hat. Schwerpunkt in der Bioenergetischen Analyse ist das Beziehungsgeschehen. Über verbale und nonverbale Kommunikation, Körperinterventionen (Atmung, Bewegung, Haltung) wird der Kontakt zum eigenen Körper, die körperliche Empfindung und die Wahrnehmung der Gefühle ermöglicht. Resonanz und Kontakt sind wesentliche Aspekte des Beziehungsgeschehens. Die bewusste körperliche Erfahrung von emotional-geistigen Inhalten wird als wesentlicher Faktor für die Integrierbarkeit von Erkenntnissen in die persönliche Lebensgestaltung betrachtet.

Grundlage der Interventionen in der Bioenergetischen AnalytikerInnen ist neben verbaler Anamnese die charakterstrukturelle Diagnostik, die auf einem tiefenpsychologischen Widerstands- und Übertragungsmodell aufbaut. Es werden die körperlichen Phänomene des Widerstands wie Haltung, muskuläre (Ver-)Spannung, Gefühlsausdruck oder Atmungsmuster nach ihrer Prägung in der Kindheit geordnet und in fünf ‚Charakterstrukturen‘ unterteilt, wobei (Körper-)Haltung und interaktionelles Verhalten miteinander in Beziehung gesetzt und bewusst gemacht werden. Der charakterstrukturelle Ansatz bietet einerseits die Möglichkeit, die verschiedenen Haltungs- und Verhaltensmuster als Verfestigungen und als (bisher) erfolgreiche (Überlebens-)Fähigkeiten, Fundamente zu akzeptieren und bewusst zu nutzen, andererseits durch Arbeit an den Blockierungen, Ressourcen zur persönlichen Weiterentwicklung zu entfalten. Das führt von einer Erweiterung der anachronistischen Überlebensstrategien hin zu Lebensmodellen mit Entscheidungsmöglichkeiten. Das körperliche Geschehen wird permanent in den Behandlungsprozess mit einbezogen. Die TherapeutInnen sind bewegt und bewegend funktionaler Teil des dialogischen Geschehens.

Ziel der Weiterbildung ist es, innerhalb einer erlernten Psychotherapie-Methode, bioenergetisch-analytische Interventionen auf Einzel- und Gruppenebene zu setzen, die Prozesse zu begleiten und gemeinsam mit den KlientInnen Verbindungen zur psychischen Gesundheit zu suchen sowie Heilungsprozesse anzuregen.

Bei näherem Interesse kontaktieren Sie bitte Dietmar Dobretsberger (E-Mail: dididob@gmx.at).

– Maga. Susanna Schenk
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